© Copyright
kuchlverzeichnis

 

 Geschichte


Das Anwesen Zweibrückenstraße 30 - seit 1960 Rosenheimer Straße 10 - wurde 1878 an die Stelle einer uralten Schmiede gesetzt, die jahrhundertelang an der verkehrstechnisch markanten Rosenheimer- und Lilienberg - Ecke von den Fuhrleuten frequentiert worden war. Das Haus lag damals mitten im Gebiet der Münchner Brauereien im Bereich von Gasteig, Rosenheimer- und Lilienberg. Das im Stil der Gründerjahre errichtete, vierstöckige Bauwerk wurde im Erdgeschoß mit einer Gaststätte - Schankstube samt Nebenzimmer - bestückt, die den Namen "Oesterreicher Hof" führte. In der Konzessionsurkunde findet sich der Hinweis: "Da der Verkehr an dieser Stelle ein sehr reger ist, kann ein Bedürfnis füglich angenommen werden. Das Lokal wird als einfache Bier- und Speisewirtschaft geführt".  
1897 kaufte Josef Sedlmayr, der Franziskaner-Leistbräu, das Haus und verpachtete die vom bisherigen Besitzer Baltasar Eschhammer selbst betriebene Gaststätte. Zum Gastronomiebetrieb kamen nun im ersten Stockwerk vier "gut ausgestattete, für das bessere Publikum" bestimmte Fremdenzimmer mit acht Betten dazu.
 
 

 
Blick von der Ludwigsbrücke aufs Müller`sche Volksbad um 1888


Am Charakter der Bierwirtschaft "Oesterreicher Hof" änderte sich über Jahrzehnte kaum etwas. Aus dem Jahr 1930 ist die amtliche Feststellung erhalten: "Das Wirtshaus wird zur Einnahme von Frühstück, Mittagessen, zu Vesperzeiten und zum Abendessen besucht".
1935 schien das Ende des "Oesterreicher Hof" gekommen. Bedingt durch die Nähe des von den Nationalsozialisten als "historische Kampfstätte" betrachteten Bürgerbräukellers und durch das alljährliche am 9. November stattfindende Spektakel des "Marsches zur Feldherrnhalle", der hier vorbeiführte, sollte der Rosenheimer Berg vollkommen umgestaltet werden. Verzögerungen bei der Umsetzung der "Führerpläne" und der spätere Kriegsausbruch verhinderten den Abriß des Wohnblocks der sogar die Bombenangriffe weitgehend unbeschädigt überstand. So kam es bereits 1946 zur Gaststätten-Neueröffnung und zur Umbennenung des Lokals. Als Pächterin zog damals Maria Frank ein, die von 1930 bis 1944 das dann zerstörte "Cafe Greif" als gutrenommiertes Haus am Marienplatz bewirtschaftet hatte. In Anlehnung an das Traditionslokal nannte sie von nun an den "Oesterreicher Hof" "Greif Stüberl". Dieser Name blieb der Gaststätte bis bauliche Unzulänglichkeiten eine völlige Neugestaltung erzwangen. Ab 1987 übernahm die Familie Manfred & Judith Bähr diese historische Gaststätte.